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O-Töne aus "Das große Tabu - Homosexualität & Fußball"

TV-Doku im DSF
Erstausstrahlung: Mittwoch, 28. Mai, ab 18.45 Uhr

 

Joachim Löw im Interview (Foto: DSF)
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Joachim Löw

„Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, ob er eben auch zu diesen Dingen steht. Das ist für mich auch neu, dass man sich so öffentlich outet. Bei Fußballern gab’s das bislang noch nicht, da muss man mal sehen, wie die Reaktionen in den Stadien sein werden. Ich hoffe, dass diese Spieler eben weiterhin ganz offen, normal und fair behandelt werden – wie all die anderen auch – und es gehört schon trotz allem ne Menge Mut dazu, weil man eben nicht so richtig beurteilen kann, was da auf einen zukommt!“

Phillipp Lahm (Foto: DSF)
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Philipp Lahm auf "FRONT"

 

 

„In unserer Gesellschaft sollte jeder mit dem Thema offener umgehen. Jeder ist ein Mensch und hat seine Vorlieben. Und deswegen kann jeder mit dem Thema offen umgehen. Meiner Meinung nach. Und es ist gut, dass der DFB denjenigen unterstützen würde.“

Dr. Theo Zwanziger im Interview (Foto: DSF)
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Dr. Theo Zwanziger

 

„Wenn aus freien Stücken und unter Berufung auf die Grundsätze des DFB jemand das tut [Outing], dann kann ich ihm nur sagen, dann würde ich, weil ich das immer noch als eine Position sehe, die im Fußball noch weiter vermittelt werden muss, dann würden wir helfen! Wenn mein Zeitplan es hergibt, und ich würde es wahrscheinlich möglich machen, dann würde ich ihn sofort bei mir empfangen, um zu verdeutlichen, wir sind Freunde!“

Tanja Walther fuer Potsdam Mitte (Foto: DSF)
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Tanja Walther (mi.)

 

 

„Es ist auf jeden Fall neu, dass Theo Zwanziger das ausspricht. Und dass er es nicht nur ausspricht, sondern, dass er’s auch tatsächlich so meint.“

„Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, wenn ich Nationalspielerin bin und höre, ich kann das machen und mein Verband steht hinter mir und trägt das mit.“

Sylvia Neid und Anouschka Bernhard (Foto: DSF)
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Anouschka Bernhard (re.)

über ein Coming Out in der Nationalmannschaft:

„Dieses Coming Out bezieht sich ja nicht auf die Fußballerin an sich. Sie hat ja auch noch ein anderes Umfeld. Ein soziales Umfeld. Wir sprechen da von Semi-professionellen Spielerinnen, die noch nen Job haben, oder bei der Bundeswehr sind. Können die sich das leisten? Das ist nicht ein Problem des Frauenfußballs, sondern das ist nach wie vor ein gesellschaftliches Problem.“

Thomas Hermanns im Interview (Foto: DSF)
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Thomas Hermanns

 

 

zum DFB-Anti-Diskriminierungs-Paragraphen:

„Ne Regel hilft. Ne Haltung von oben hilft. Und wenn Herr Zwanziger das macht und schafft, ist er natürlich auf alle CSD’s Deutschlands herzlich eingeladen, auf dem ersten Wagen zu fahren.“

weitere Originalzitate aus dem Film:

Reiner Calmund:

„Wir sind heute in einem liberalen Deutschland, ich kenne sehr, sehr viele Homosexuelle, mit denen ich gerne ein Bier trinken gehe. Mit denen ich gerne befreundet bin. Wo ich sagen muss: lasst die Leute in Ruhe. Wenn die gut Fußball spielen, ja dann sind die auch bei den ersten 11, wat soll dat, da müssten wir ja den Laden zusperren. Da wären wir ja noch im Mittelalter.“

 

Christoph Daum:

„Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegen treten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen. Und ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.“

 

Volker Beck (parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Bundestag):

„Wenn da der Vereinssprecher heute noch hinterher schreibt, ihm gings ja nur um Kinderschutz – ja – dann muss man die Frage stellen, warum fällt ihm das bei Homosexuellen ein. Redet der, wenn er über den neuen Rasen redet, dann auch immer noch was zum Kinderschutz? Da gibt’s doch ne ganz klare Assoziationskette, warum er das so gesagt hat. Der Satz ist einfach nicht zu missverstehen. Er ist so eindeutig, dass er auch nicht stehen bleiben kann.“

Die offizielle Erklärung von Daum auf der Homepage des 1. FC Köln:

„Grundsätzlich bin ich ein toleranter und liberaler Mensch. Ich habe keinerlei Berührungsängste zu homosexuellen Menschen. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Einige, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben. Kinderschutz geht mir aber über alles. Kinder müssen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, ganz gleich ob von homo- oder heterosexuellen Menschen, geschützt werden. Deswegen arbeite ich auch aktiv bei der Organisation Power-Child e.V. mit.“

Dazu Beck im Interview mit DSF:

„Also, was Herr Daum da sagt, ist Vorurteil pur. Homosexualität mit Übergriffen auf Kinder gleichzusetzen. Und Herr Daum muss das zurücknehmen und sich dafür entschuldigen. Anders kriegt er das nicht mehr aus der Welt.“

 

Mario Basler:

„Ich denke, das ist nichts Schlimmes. Wir Männer sagen ja immer, lesbische Frauen, das finden sie toll, aber schwule Männer finden sie scheiße. Mir ist das wurscht. Ich hab schwule Freunde, mit denen ich supergut klar komme, und ich kenne lesbische Frauen, mit denen komme ich auch super klar. Also ich hab mit beidem kein Problem. Das muss jeder für sich beurteilen. Ich hätte überhaupt kein Problem, nen schwulen Fußballer bei mir in der Mannschaft zu haben.“

 

Peter Neururer:

„Es ist eigentlich überhaupt kein Thema. Aber dadurch, dass es kein Thema ist, wird es doch ein Thema. Denn über Sexualität zu sprechen, ist innerhalb unserer Gesellschaft ein großes Problem. Weil damit schwer umgegangen wird.“

„Derjenige, der sich outen würde, müsste schon Franz Beckenbauer sein, von dem jeder weiß, dass er’s eben nicht ist. Dass er hetero ist. Wenn Franz Beckenbauer sich äußern würde diesbezüglich, dann wären Tür und Tor geöffnet für all die anderen, die gleicher Neigung entsprechen. Die hätten dann kein Problem mehr.“

 

Gerd Dembowski (Soziologe, Fanexperte):

„Man muss ja immer Fußball als Teil der Gesellschaft betrachten. Das Schimpfwort „Schwul“, hab ich das Gefühl, wird eher mehr. Natürlich wird immer gesagt, es ist sinnentleert, wir meinen ja gar nicht schwule Leute. Aber interessant ist ja, dass dieses Wort benutzt wird und nicht irgendein anderes. Das kommt ja irgendwoher und ich kenne noch genug Leute, denen das weh tut.“

 

Dr. Tatjana Eggeling (Sozialwissenschaftlerin) zum Outing:

„Der positive Effekt, der dann sicherlich eintreten wird, ist, dass sich die Person endlich rund fühlt. Also endlich „bei sich“ fühlt und sagt, ja, das bin ich. Ich bin Fußballer, aber ich bin auch schwul. 2 Teile, die er durch den Spagat fürchterlich auseinander halten musste, nun zusammenbringt und sich dadurch erst als die Persönlichkeit fühlt, die er auch ist.“

 

Dr. Theo Zwanziger:

„Nachdem es doch in unserer Gesellschaft an vielen Stellen bereits deutliche Signale gegeben hat und Menschen auch in hohen politischen Ämtern bereit waren, zu sagen, ich bin da etwas anders als Ihr das mit Eurer komischen Norm vereinbart, und das letztlich doch kein Problem mehr gewesen ist, müsste im Grunde der Mut, es zu tun, da sein können. Und ich bin ganz, ganz sicher – anders als vor 30, 40 Jahren – würde das heute eine kurze mediale Aufmerksamkeit bedeuten, aber es würde auch in einen Erziehungsprozess weiterführen. Und ich denke, so eine Situation ist auch im Fußball – mehr als beherrschbar.“

Der Film erzählt die bewegenden Geschichten

der Schiedsrichterin Marie (ehemals Rudi) Karsten

 

Rudi Karsten damals heute Marie Karsten (Foto: DSF)
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Rudi Karsten damals
Marie Karsten erstes Spiel als SchiedsrichterIN (Foto: DSF)
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1. Spiel als SchiedsrichterIN
Marie Karsten heute (Foto: DSF)
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Marie Karsten heute

„Ich habe die Erfahrung gemacht, bringst Du Leistung auf dem Platz, wirst Du akzeptiert. Das war einfach so. Vom ersten Spiel an.“

 

und des DDR-Jugendauswahl-Spielers Marcus Urban

„Mein Gefühl ist, dass es sich andeutet. Ich glaube, dass wir insgesamt noch gar nicht wissen, wie viele Leute damit überhaupt kein Problem haben. Es ist kein Bewusstsein da, dass man es eigentlich machen könnte [das Outing] Vielleicht sind die Leute, die dann brüllen, sehr, sehr laut. Aber ich bezweifle, dass die in der Mehrheit sind. Schauen Sie auf die Fußball-WM. Das war ja auch ne große Überraschung. Was da stimmungsmäßig hier los war in Deutschland, hatte vorher niemand gedacht. Warum soll das jetzt anders sein?“

 

"Das große Tabu - Homosexualität & Fußball"

MITTWOCH, 28. MAI, um 18.45 UHR im DSF